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Leitbild Boden

Präambel

Im Verständnis der Bürger unseres Landes werden Wasser, Boden, Luft getrennt wahrgenommen. Eine mögliche Ursache dafür liegt im Ansatz des Umweltschutzgedankens in unserem Kulturkreis: Beseitigt wurde immer etwas "Störendes", etwas was augenfällig geworden war. Diese punktuelle Betrachtung brachte "End of the Pipe"-Technologien hervor, beispielsweise die Reinigung von Abwässern in einer Kläranlage vor Einleitung in ein Gewässer.
Richtig ist es aber, Wasser, wie auch Luft und Boden - eben die gesamte Umwelt - als Ganzes zu betrachten. Im technischen Umweltschutz sind entsprechend dieser Sichtweise neue Strategien zu entwickeln.
Die ganzheitliche Betrachtung ist zu fördern. Der Grundgedanke ist: Man darf die Belastung gar nicht erst entstehen lassen.

Boden

Der Boden hat für die Menschen zahlreiche Funktionen. Er dient zunächst als Quelle unserer Ernährung. Darüber hinaus hat er eine grosse Bedeutung für unser Klima, die Reinhaltung der Luft und die Regulierung der Niederschläge. Für die Zukunft wird der Boden aber auch zunehmend Bedeutung gewinnen als Rohstofflieferant für Energiegewinnung und für die Erzeugung chemischer Produkte, die heute noch aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen werden.
All dies macht klar, dass der Boden geschont und in seiner natürlichen Form und Beschaffenheit unbedingt erhalten werden muss.

Um wirksamen Bodenschutz zu gewährleisten, sind folgende Maßnahmen dringend geboten (Diese Maßnahmen decken sich in weiten Teilen mit den Forderungen für die Gewässerschonung):

  • Erhaltung der dünnen Humusschicht, die für alles Wachstum unerlässlich ist.
  • Vermeidung von mineralischen Düngemitteln in Landwirtschaft und Privatgärten, um Versalzung und Vergiftung der Bodenoberfläche zu verhindern.

Dazu gehört auch

  • die Vermeidung von Pestiziden und alternativ der Einsatz von natürlichen Schädlingsfeinden (Beispiel: Bacterium thuringensis)
  • Entsiegelung von Bodenflächen
  • Maßnahmen gegen Erosion durch Anpflanzung von Strauch- und Waldgürteln und Hecken.
  • Generell: Aufforstung und nachhaltige Waldwirtschaft
  • Kompostierung von Küchen- und Gartenabfällen und sinnvoller Einsatz des gewonnen Komposts zur Düngung.
  • Sinnvoller Einsatz von Klärschlamm
  • Extensivierung der Landwirtschaft und Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zum Anbau von Energiepflanzen.

Der Landwirt muss zum Energiewirt werden.

  • Unterstützung dieser Maßnahmen durch Kauf von Produkten aus biologischem Landbau, auch wenn diese teurer sein sollten.
  • Keine Zersiedlung der Landschaft.
  • Unterbindung von wilden Müllablagerungen.

Sicherung aller Altlasten in einem überschaubarem Zeitraum.