Leitbild Energie und CO2-Minderung
Präambel
Erfolgreicher Umweltschutz kann nur durch ein umweltbewusstes Handeln praktiziert werden, das dem Wert bzw. der Begrenztheit unserer natürlichen Ressourcen langfristig Rechnung trägt. Im Zentrum steht dabei das Ziel, unsere natürlichen Ressourcen so umsichtig zu bewirtschaften, dass sie nachhaltig als Grundlage des Lebens und der Lebensqualität für die heutige und künftigen Generationen bewahrt werden.
Die norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland sagte: "Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist seit über 200 Jahren aus der Forstwirtschaft bekannt, wonach der Holzeinschlag nicht größer sein darf als die nachwachsende Holzmenge. Das Nachhaltigkeitskonzept hat 1998 Eingang in das deutsche Planungsrecht gefunden. In § 1 des Baugesetzbuches wird ausdrücklich eine "nachhaltige städtebauliche Entwicklung" angestrebt. Die Kommune soll dafür sorgen, dass bei Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Porta Westfalica das Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt und geschärft wird. Dazu können u.a. Erziehung (z.B. in der Kinder- und Jugendarbeit) sowie umfassende Information, Aufklärung und neutrale Beratung der Bürgerinnen und Bürgern beitragen.
Die eingelagerten fossilen Energien von Millionen von Jahren werden seit der Entstehung der Industriestaaten zu 80% verbraucht. Dadurch ist der CO2-Gehalt der Luft gestiegen. Bürgerinnen, Bürger und Stadt sollten nur so viel CO2 emittieren, wie mit dem Klima vereinbar ist (Prinzip der Nachhaltigkeit).
1. Sparsamer Umgang mit Energie Mit der verfügbaren Energie sollte sparsam und sorgfältig umgegangen werden. Praktisch heißt das für Porta Wesfalica:
- Um die immer vielschichtigeren Angebote der Energielieferanten zu veranschaulichen, ist es unbedingt erforderlich, einen konzernunabhängigen Energieberater (auf Kreisebene) einzustellen.
- Energieverluste durch Transporte sollen vermieden werden. Deshalb ist verbrauchernahe Erzeugung anzustreben.
- Bei Stadtplanung und Architektur sollte auf eine optimale Energieeffizienz geachtet werden (z.B. passive Sonneneinstrahlung). Wärmeverluste sind durch gute Wärmedämmung, sowie durch intelligente Lüftung und Wärmerückgewinnung zu vermeiden.
- Die Beleuchtungssteuerung sollte energiesparend sein.
- Dies soll durch intelligentes, zukunftsorientiertes Energiemanagement gewährleistet sein.
- Durch die gesamten Sparmaßnahmen soll bis 2010 mind. 40% Energie gespart werden. Dies soll u.a. durch "Contracting"-Verträge erreicht werden.
Dies soll u.a. durch Contrcting-Verträge erreicht werden.
2. Energieerzeugung Der Ausstieg aus der Kernenergie und die Reduzierung der Energiegewinnung aus fossilen Rohstoffen sind erforderlich. (Diese Idee wird inzwischen auch von der Energiewirtschaft anerkannt und unterstützt.)
Dafür soll in die Nutzung von regenerativen Rohstoffen eingestiegen werden. Eine dezentrale Energieversorgung ist unbedingt anzustreben.
Praktisch kann und soll dies in Porta Westfalica folgendermaßen umgesetzt werden:
- Installation von Solarkollektoren zur Erzeugung von Warmwasser und Wärme.
- Installation von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen
- Installation von Photovoltaikanlagen auf allen südgeneigten Dächern, an Fassaden und Lärmschutzwänden
- Installation von Biogasanlagen, auch mit Kraft-Wärme-Kopplung
- Installation von Biomasse-Heiz-Anlagen (z.B. Holz),auch mit Kraft-Wärme-Kopplung
- Installation von Windkraftanlagen-Ausweisung von geeigneten Flächen
- Beschaffung von Fahrzeugen für den ÖPNV in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Sparsamkeit (Spritverbrauch, Brennstoffzellentechnik). Die Stadt sollte darauf hinwirken, dass bei dem geplanten Autohof auch die Möglichkeit geschaffen wird für die Betankung der kommunalen Fahrzeuge mit Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellenantrieb (Methanol, Erdgas)
- Energetische Nutzung von Wasserkraft
- Geothermie
- Abwärmenutzung
Die kommunalen Anteile, am lokalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) sollen bestmöglich verkauft werden unter der Voraussetzung, dass der Erlös ausschliesslich für die Realisierung eines oder mehrerer der unter a) bis i) angeführten Projekte eingesetzt wird.
Nahziel: Bis 2010 sollen 5% des Energieverbrauchs aus regenerativen Quellen erzeugt werden.
Fernziel: Bis 2025 soll deren Anteil auf 50% des Energieverbrauchs steigen.
|