Leitbild Wasser / Abwasser
Präambel
Im Verständnis der Bürger unseres Landes werden Wasser, Boden, Luft getrennt wahrgenommen. Eine mögliche Ursache dafür liegt im Ansatz des Umweltschutzgedankens in unserem Kulturkreis: Beseitigt wurde immer etwas Störendes, etwas, was augenfällig geworden war. Diese punktuelle Betrachtung brachte "End of the Pipe"-Technologien hervor, beispielsweise die Reinigung von Abwässern in einer Kläranlage vor Einleitung in ein Gewässer.
Richtig ist es aber, Wasser wie auch Luft und Boden - eben die gesamte Umwelt - als Ganzes zu betrachten. Im technischen Umweltschutz sind entsprechend dieser Sichtweise neue Strategien zu entwickeln.
Die ganzheitliche Betrachtung ist zu fördern.
Der Grundgedanke ist: Man darf die Belastung gar nicht erst entstehen lassen.
Wasser
Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Seine Reinheit und Genussfähigkeit müssen auf Jeden Fall sichergestellt werden.
Daher:
- Keine Privatisierung der Wasserversorger.
- Alle Anstrengungen der Bürger zum sorgfältigen Umgang damit dürfen auf keinen Fall zu einer finanziellen Mehrbelastung führen. Vielmehr müsste der Bürger für Anstrengungen zum sorgfältigen Umgang mit diesem Lebensmittel belohnt werden.
- Wenn man den Preis für Trinkwasser angemessen erhöhen würde, könnte man dessen Wert besser einschätzen.
In Porta Westfalica darf kein unbehandeltes Abwasser mehr in Bäche, Seitengräben oder Grundwasser gelangen.
Wasser sparen muss erreicht werden durch Mehrfachnutzung:
Einführung geschlossener Wasserkreisläufe In Industrie und Gewerbe
- Regenwasser-Verwendung
- zur Gartenbewässerung
- zur Toilettenspülung
- zum Wäschewaschen
Zusätzlich müssen wassersparende Techniken eingesetzt werden:
- Sparspülung bei Toiletten
- Moderne Wasch- und Spülmaschinen
- Wasser sparende Duschen
Dem Bürger muss bewusst gemacht werden, dass unser Trinkwasser zum grössten Teil aus Grundwasser gewonnen wird. Daraus ergibt sich die Forderung:
- Unterbindung der Einleitung von ungeklärten Abwässern in Vorfluter.
Vielmehr Erhaltung des Grundwasserspiegels durch dezentrale Abwasserbehandlung, was gleichzeitig dazu führt, dass der Finanz-, Arbeits- und Materialaufwand minimiert und weniger Klärschlamm erzeugt wird.
Das so gereinigte Abwasser muss an Ort und Stelle versickert werden.
Grundwasser darf nur zum Trinken verwendet werden.
Dies führt zu der logischen Forderung, dass das Grundwasser geschützt werden muss durch:
- Vermeidung von Überdüngung vor allem im Privatgarten
- Verminderung des Pestizideinsatzes in Landwirtschaft und Privatgarten
- Vermeidung des Schadstoffeintrags durch Industrie und Gewerbe
- durch biologische Schädlingsbekämpfung vor allem in Wasserschutzgebieten
- durch Pflanzenkläranlagen, die dezentral betrieben werden können.
- Rückhaltung des Oberflächenwassers vor Ort
- Nutzung der Selbstreinigungskräfte
- durch renaturierte Bäche
- Aufforstung vor allem von Gebieten der Zone II
Endziel aller Anstrengungen muss sein:
Aus unserer Kommune dürfen langfristig keine unvertretbaren Belastungen für Weser und Nordsee ausgehen.
Um dies zu erreichen, muss eine enge Kooperation mit den Nachbarkommunen aufgebaut werden.
Die Stadt Porta Westfalica sollte sich alle Möglichkeiten bei technischen und organisatorischen Veränderungen auf dem Gebiet der Abwasserbeseitigung offen halten.
Auch Insellösungen oder die individuelle Abwasserbeseitigung je Haushalt sollte möglich sein durch den inzwischen erreichten technischen Fortschritt. Die Abwasserbeseitigung muss jedoch für den Bürger bezahlbar bleiben.
Fazit: Abwasser muss von der Stadt Porta Westfalica intelligent gemanagt werden.
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