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Leitbild Verkehr

Umwelt- und sozialverträgliche Mobilität für alle

1. Zielvorstellung:

Die Verkehrsplanung und konkrete Verkehrsführung soll sich vorrangig an der Befriedigung der Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sowie älteren und behinderten Menschen ausrichten.

  • AutofahrerInnen sollten die Perspektive von Kindern und Jugendlichen, älteren und behinderten Menschen bei ihrer Teilnahme im Straßenverkehr stets mit einbeziehen;
  • Öffentliche Einrichtungen wie z.B. Bahnhöfe, Schulen, Freizeittreffpunkte müssen sicher und auf attraktiven Wegen erreicht werden können;
  • Verkehrslenkung und -steuerung wie z.B. Ampelschaltungen müssen sich an den Bedürfnissen nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer ausrichten.

2. Zielvorstellung:

Jede Einwohnerin und jeder Einwohner von Porta Westfalica muss die Möglichkeit haben, täglich die für sie/ihn wichtigen Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

  • Ausbau des Liniennetzes der Busse in Porta Westfalica in allen Ortsteilen; deutliche Verbesserung der Schnittstellen Bus/Bahn; Fahrrad/Bahn und Fahrrad/Bus;
  • Verdichtung der Taktzeiten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit der Maßgabe, sich an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten (Recht auf Mobilität!);
  • (Wieder-)Einführung der Straßenbahn zwischen Porta Westfalica und Minden - z.B. nach Fertigstellung des Weserauentunnels auf der Portastraße;
  • Rückführung der Bahnhöfe Veltheim, Vennebeck und Eisbergen an das Schienennetz der Deutsche Bahn AG;
  • Flächendeckende Einführung von Bushaltestellenhäuschen;
  • Einführung von eigenständigen Busspuren zur vorrangigen Berücksichtigung und Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.

3. Zielvorstellung:

Alle Stadtteile von Porta Westfalica sollten untereinander sowie mit den angrenzenden Städten mit einem Radverkehrsnetz abseits von Hauptverkehrsstraßen verbunden und entsprechend ausgeschildert sein.

  • Erarbeitung eines Radwegeplanes mit Einbeziehung vorhandener Wirtschaftswege;
  • Befestigung mit fahrradfreundlichen Oberflächen;
  • Beschilderung mit ausreichend großen und gut lesbaren Schildern;
  • Hinweise auf Nah- und Fernziele mit Kilometerangaben (mit einer Stelle hinter dem Komma);
  • Regelmäßige Überprüfung und Instandhaltung der Wege und Schilder

4. Zielvorstellung:

Auf allen Hauptverkehrsstraßen sind sichere Radverkehrsanlagen und Sonderspuren für öffentliche Verkehrsmittel vorzusehen.

  • ausreichende Berücksichtigung der Radverkehrsbelange bei Neu- und Umbauten;
  • Vorfahrt für den ÖPNV - bei allen Neu- und Umbauten sind Sonderspuren vorzusehen;
  • Einrichtung von Ampelschaltungen mit Vorlaufzeiten für Radfahrer und Vorrangschaltungen für Busse;
  • Außerhalb von Ortsdurchfahrten Radwege z.B. durch Grünstreifen räumlich von der Fahrbahn getrennt;
  • Ausbau der vorhandenen Radwegsbreite, insbesondere bei Zweirichtungsverkehr;
  • innerhalb geschlossener Ortschaften beidseitig Radwege;
  • Aufbau eines flächendeckenden Netzes sicherer und wetterfester Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

5. Zielvorstellung:

Zur allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität der Bürger und BürgerinnenInnen ist der motorisierte Individualverkehr zu reduzieren.

  • Vorrang der Verkehrsreduzierung bei allen städtischen Planungen, bei allen Neu- und Umbauten;
  • Verbesserung der gesamten Infrastruktur, die alternativ zum Auto genutzt werden kann;
  • Begünstigung von Personen, die entweder auf ein Auto verzichten oder eine bestimmte Jahreskilometerleistung nicht überschreiten - z.B. durch steuerliche Vorteile oder durch symbolische Belohnungen (Essen mit dem Umweltbeauftragten oder Bürgermeister);
  • Einführung von autofreien oder autoreduzierten Sonntagen in Porta Westfalica;
  • Einführung von Car-Sharing-Anbietern, die die Möglichkeit der Autonutzung ohne eigenes Automobil bereitstellen.